Unternehmergespräche bei BeeWatec und JCO Oberflächentechnik

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Die Ferienzeit haben unsere Mitglieder Pascal Kober (MdB, Wahlkreis Reutlingen) und Rudi Fischer MdL genutzt, um Mittelstandsfirmen in der Region Neckar-Alb zu besuchen. Sie wurden begleitet von LIM-Generalsekretärin Sarah Zickler. Die Vor-Ort-Termine fanden Anfang September in Pfullingen bei BeeWatec und JCO Oberflächentechnik statt.

Deutschland – bald Schlusslicht im Unternehmertum?

Neben der Information über Produkte, Kunden und Zukunftspläne wollte die LIM-Unternehmertour auch Meinungen aus dem Mittelstand einfangen: Wie sehen die Inhaber die aktuelle politische Lage? Was erhoffen sie sich von einer neuen Bundesregierung? Was muss besser werden für die inhabergeführten Unternehmen?

Bei BeeWatec waren die kreativen Gründer Joachim und Hans-Peter Walter die Gesprächspartner. Beide haben das berühmte schwäbische Tüftlergen in ihren Adern, ebenso Effizienzdenken und Kostenbewusstsein. Davon profitieren Kunden in aller Welt. BeeWatec übernimmt den Betriebsmittelbau für Lean Manufacturing, agiles Fertigen und Industrie 4.0. Ob Vierkant-Systeme, Rohr- und Verbindungselemente oder mobile Roboter – die Firma ist weltweit aktiv und liefert über sieben internationale Tochtergesellschaften Beratung und Service.

Entbürokratisieren und Innovationen zulassen

„Was uns wichtig war: Wir haben mit den Mittelständlern intensiv über den Fertigungs- und Firmenstandort Deutschland gesprochen“, sagt LIM-Generalsekretärin Sarah Zickler. Bei BeeWatec erhielt man ein besonderes Feedback, denn die Firma ist mit Standorten in ganz Europa vertreten und hat so einen stets aktuellen Vergleich über die Rahmenbedingungen.

Sarah Zickler: „Es war nicht überraschend, was wir hörten: Schlusslicht bildet hier ganz eindeutig Deutschland. Alles zu bürokratisch für den Mittelstand, zu hohe Auflagen, unflexibel und Innovations-bremsend!“

Mit den BeeWatec-Machern waren sich die LIM-Generalsekretärin, Pascal Kober MdB und Rudi Fischer MdL einig: Wenn wir weiterhin Wirtschaftsstandort Nr. 1 bleiben wollen, unseren Wohlstand und Sozialleistungen ebenso behalten wollen, dann müsse sich dringend etwas ändern im Land: Entbürokratisierung, beschleunigte Zulassungsverfahren, Technologieoffenheit und wieder mehr Gründergeist.

Zögerliche Banken verzögern Wachstum

Bei der JCO Oberflächentechnik diskutierte die LIM-Delegation über Finanzierungsfragen. Mittelständler brauchen Geld, um Innovationen und Wachstum zu finanzieren. Und trotz Beteuerungen von regionalen Kreditinstituten, für die heimische Wirtschaft da zu sein, verhalten sich einzelne Sparkassen und Banken in der Praxis zögerlich oder lehnen Anfragen ab. JCO-Inhaber Joachim Caps bestätigte, dass es kleine Firmen (er hat 25 Angestellte) viel schwieriger hätten, an Kredite und Fördermittel zu kommen.

Abchlussfoto bei JCO Oberflächentechnik

JCO wurde 2005 gegründet und ist seit 2017 in Pfullingen ansässig. Als Spezialist für Pulverbeschichtungen, Montage und Komplettierung ist die Firma für zahlreiche Kunden unterschiedlicher Branchen ein verlässlicher Partner. Beim LIM-Besuch waren auch die Ehefrau und Tochter von Joachim Caps anwesend.

„Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker sollten viel häufiger Mittelständler und Selbstständige besuchen“, bilanziert Sarah Zickler den Tag in Pfullingen. „Was uns die Unternehmerinnen und Unternehmer zu sagen haben, sind wertvolle Informationen aus der Praxis: aus dem Betrieb, der Belegschaft und dem Umfeld. Nur so könnten Parteien glaubwürdige Politik machen.“

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