Entlastungsprämie 2026: Der Mittelstand zahlt die Zeche, die Politik erntet das Lob.

Die Bundesregierung plant für 2026 eine steuerfreie Entlastungsprämie. Was auf den ersten Blick wie eine soziale Wohltat klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als unredliche Lastenverschiebung zulasten unserer Unternehmerinnen und Unternehmer.

Anstatt die Bürger durch eine längst überfällige Reform der Einkommensteuer oder die Senkung der Lohnnebenkosten direkt zu entlasten, macht sich die Regierung einen schlanken Fuß. Es ist eine Frechheit: Sie verspricht staatliche Abgabenfreiheit für Gelder, die sie selbst gar nicht aufwendet. Damit verschiebt sie die berechtigte Erwartungshaltung der Menschen bewusst von sich selbst auf die Arbeitgeber. Wer die Prämie nicht zahlt – oder in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zahlen kann –, wird zum Sündenbock gestempelt, während die Politik sich für ein Gesetz feiert, das sie keinen Cent kostet.

Besonders bitter ist dies für unsere Soloselbstständigen, Freiberufler und Inhaber kleiner Betriebe. Sie geraten in eine fatale Zangenbewegung und werden doppelt abgestraft:

  1. Erwirtschaften statt Profitieren: Als Arbeitgeber sollen sie die Mittel für ihre Beschäftigten unter hohem Konjunkturdruck erst einmal erwirtschaften. Doch für sie selbst ist im System keine Entlastung vorgesehen. Wer unternehmerisches Risiko trägt, bleibt bei dieser Wohltat außen vor.
  2. Strukturelle Ignoranz: Die Politik denkt erneut nur in klassischen Arbeitnehmermodellen. Die Vielfalt unserer Wirtschaft, vom mutigen Anpacker bis zum spezialisierten Freiberufler, wird schlichtweg ignoriert. Dabei sind genau diese Menschen das Rückgrat unserer Stabilität.

Angelika Hießerich-Peter, Bundesvorsitzende des Liberalen Mittelstands, stellt klar:
„Wir brauchen keine Politik, die Begehrlichkeiten gegen den Mittelstand schürt, um vom eigenen Unwillen zur Steuerentlastung abzulenken. Wir fordern eine Lösung, die alle erreicht: Eine spürbare Senkung der Einkommensteuer und einen befristeten Freibetrag, der auch für Selbstständige und Kleinbetriebe unmittelbar wirkt. Entlastung muss eine staatliche Aufgabe bleiben und darf nicht zur freiwilligen Leistung derer werden, die ohnehin schon die Last tragen!“

Weitere Beiträge

Ein Jahr Kanzlerschaft Friedrich Merz: Der Mittelstand wartet auf die Wirtschaftswende und zahlt den Preis sozialdemokratischer Regierungspolitik

Ein Jahr nach Amtsantritt von Friedrich Merz fällt die wirtschaftspolitische Bilanz aus Sicht des liberalen Mittelstands ernüchternd aus: Statt der versprochenen Wirtschaftswende prägen steigende Abgaben, wachsende Staatsausgaben und mehr Regulierung den Alltag vieler Unternehmen. Während Insolvenzen zunehmen und das Vertrauen sinkt, sehen Unternehmer dringenden Handlungsbedarf.

Weiterlesen »

Industriestrompreis geht am Mittelstand vorbei

Die Genehmigung der deutschen Strompreis-Entlastung für energieintensive Unternehmen durch die Europäische Kommission zeigt aus Sicht der Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand e.V. vor allem eines: Der politisch so bezeichnete Industriestrompreis erreicht den industriellen Mittelstand in der Breite nicht.

Weiterlesen »

Ein Jahr Regierung – und der Mittelstand unter Druck

Schwaches Wachstum, steigende Insolvenzen und ein Mittelstand, der zunehmend unter Druck gerät: Nach fast einem Jahr Regierung zeigt sich ein klares Bild. Warum gerade jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen entscheidend sind – und was das für Unternehmen in Deutschland bedeutet.

Weiterlesen »