Der Jubel über die deutsche Wirtschaftsleistung ist verfrüht

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal mit 0,7 Prozent „schwungvoll ins Jahr gestartet“, wie das statistische Bundesamt heute meldet. Das ist nach einem Wachstum von nur 0,3 Prozent im Vorquartal erfreulich. Auf den ersten Blick. Aber von welcher Qualität ist dieses Wachstum?

1.) Der milde Winter begünstigte u.a. das Baugewerbe, das mehr investierte als im vierten Quartal 2015; also ein einmaliger Sondereffekt, der jetzt ausläuft.

2.) Die privaten Haushalte haben ihren Konsumausgaben erhöht.
Liegt das tatsächlich nur an den gesunkenen Spritpreisen? Oder auch an der Geldpolitik der EZB, die das Sparen immer unattraktiver macht? Olaf in der Beek erklärt dazu: „Fallende Ölpreise mögen auf den ersten Blick günstig für die Verbraucher in Deutschland sein. Aber sie sind schlecht für die Verbraucher in den erdölexportierenden Ländern, die weniger Güter aus Deutschland nachfragen und damit den deutschen Export schwächen.“

3.) Es ist deshalb kein Wunder, dass ausgerechnet der Export – obwohl er durch den künstlich gedrückten Außenwert des Euro unterstützt wird – einen nur sehr schwachen Beitrag zum BIP-Wachstum beigetragen hat.

4.) Der Staat hat seine Ausgaben vor allem zur Bewältigung der Migrationskrise   ausgeweitet. „Auch hier muss man genau hinschauen. Der Staat gibt zwar mehr Geld für die Versorgung von Migranten aus, aber wenn diese nicht zügig in den Arbeitsmarkt integriert werden, sorgen diese steuerfinanzierten Mehrausgaben lediglich für ein kurzfristige konjunkturelles Strohfeuer.“ So Olaf in der Beek.

5.) Die Deutsche Bundesbank geht in ihrem Monatsbericht vom April 2016 davon aus, dass die industrielle Erzeugung im zweiten Quartal an Tempo verlieren wird. Dafür sprächen die verhaltenen Auftragseingänge sowie die spürbar gesunkenen Geschäftserwartungen.

„Die Reduzierung der Wirtschaftsaktivitäten auf eine BIP-Zahl ist zwar griffig, vernachlässigt aber grundsätzlich Aspekte wie Profitabilität, Produktionstiefe und -breite, den Fortschritt und die Rationalisierung bei der Herstellung von Gütern und der Bereitstellung von Dienstleistungen und sagt nicht viel über den tatsächlichen Wohlstand einer Gesellschaft aus.“

Ihr Olaf in der Beek

Landesvorsitzender Liberaler Mittelstand NRW

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