Fachkräftemangel durch weltbeste Ausbildung bekämpfen

Der Liberale Mittelstand Bayern beklagt die Auswirkungen des Fachkräftemangels im Mittelstand gerade bei jungen Fachkräften aufgrund der demografischen Entwicklung. Deshalb ist im Bereich der Ausbildung eine Verbesserung der Situation notwendig:

  1. Junge Flüchtlinge und Migranten in Berufsausbildung schaffen oft mangels Sprachkenntnissen ihre theoretische Prüfung des Berufsausbildungsplans nicht und werden deshalb aus Deutschland abgeschoben. Besonders in der Corona-Pandemie sind die Bildungsangebote für Auszubildende eingeschränkt, was zur einer weiteren Verschärfung der Lage geführt hat. Wir fordern deshalb, dass diese Menschen auch wenn sie ihre Ausbildung nur im Praxisteil erfolgreich abgeschlossen haben, in Deutschland bleiben und arbeiten dürfen, wenn sie einen Arbeitsvertrag angeboten bekommen.
  2. Junge Flüchtlinge und Migranten, die ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben, haben nur Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für zwei weitere Jahre („3+2 – Regelung“). Wir fordern, dass diese Menschen unbürokratisch dauerhaft in Deutschlandarbeiten dürfen, wenn sie einen Arbeitsvertrag angeboten bekommen. Die jungen Migranten können erheblich zur Verbesserung der Situation beitragen.
  3. Leistungsschwache Auszubildende brauchen mehr Förderung als bisher angeboten wird. Die Förderung beschränkt sich bisher weitgehend auf private, kostenintensive Initiativen der Ausbildungsbetriebe. Deshalb müssen die Förderangebote an den Berufsschulen, der Arbeitsagentur, den Handwerkskammern, den Innungen, aber auch Sprachschulen erweitert werden und berufsspezifische wie auch sprachliche und sozialpädagogische Förderungen umfassen, damit auch diese Auszubildenden das Ausbildungsziel sicher erreichen können und dem Arbeitsmarkt vollwertig zur Verfügung stehen können.
  4. Die Anerkennung ausländischer Führerscheine muss erleichtert werden. Zu häufig können beispielsweise LKW-Fahrer oder Busfahrer deshalb nicht oder nur mit großer Zeitverzögerung beschäftigt werden.
  5. Die Kosten der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) überfordern viele kleine Handwerksbetriebe. Wir fordern, dass diese Kosten für kleine Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern auf Antrag vom Staat übernommen werden.
  6. Um das Sozialwesen nicht zu überfordern, fordern wir für die Ausbildung und Integration von Migranten und Flüchtlingen mit Bleibeperspektive ein Ausbildungs-BAföG. Die vom Staat investierten Kosten sollen nach Beendigung der Ausbildung über einen längeren Zeitraum zurückgeführt werden, wenn die geförderten Personen in einem sozial- und versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehen.

Erarbeitet vom AK Programmatik des LiM Bayern

Beschlossen vom Landesvorstand des LiM Bayern am 26.01.2022

Anregungen und Fragen richten Sie bitte an

Dipl.-Informatiker Martin Vesterling

Martin.Vesterling@liberaler-mittelstand-bayern.de

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